Die Kunst des Loslassens - warum wir manche Träume gehen lassen müssen.

Zeit für Neues.
Location: Island

Manche Träume muss man loslassen - eine der wohl schwierigsten Lektionen, die das Leben lehrt. Wir haben schon oft darüber berichtet, welche Träume wir uns erfüllt haben, welche Träume ganz unvermutet wahr geworden sind, welche Träume wir uns aktuell hart erarbeiten. Aber wir haben noch nie darüber geschrieben, dass auch wir schon zahlreiche Pläne und Hoffnungen haben verabschieden müssen. Das Leben ist bei niemandem ein endloses Zuckerschlecken und manches will nicht so, wie man selbst es gern hätte. Aktuell ist es wieder so weit, ein Kapitel geht zu Ende, Zeit, sich von einem Stück Heimat zu verabschieden... Wir haben es im letzten Beitrag schon angerissen, wir werden aus der Wohnung geschmissen. Unserer absoluten Traumwohnung hier in Reykjavik. Gut, so drastisch wie es jetzt klingt, ist es nicht, aber wir müssen dennoch Lebewohl sagen, da unser Vermieter das Apartment verkaufen möchte. Sechs Monate haben wir Anfang Mai von ihm bekommen, um eine neue Bleibe zu finden.

Stand Ende Mai 2017: Bei den extrem mauen Verhältnissen auf dem isländischen Wohnungsmarkt wird dies Abstriche bedeuten. Wir lieben dieses Apartment, Pommes fühlt sich wohl, wir wohnen hier unheimlich gern. Es nutzt nichts, wir können nicht bleiben. Den Traum vom Haus auf den Land können wir uns noch nicht erfüllen, Tiere sind fast nirgendwo in den Vierteln und Bauten des Stadtkerns und der Umgebung erlaubt und so wissen wir nicht, wo wir enden werden. Die ersten Besichtigungen waren ein Desaster, weitere wurden uns kurzfristig abgesagt - es wird schwierig werden, soviel ist aktuell sicher. Zwei kleine Apartments sind unbezahlbar (wirklich, eine 2-Zimmer Wohnung im Großraum Reykjavik kostet über 1500€), wir werden also auch weiter zu viert in einer Wohnung bleiben (was generell gar nicht schlimm ist) aber da etwas Passendes zu finden, ist natürlich auch eine erschwerte Bedingung. Wir zwei Mädels benötigen ein Büro, das ist unabdingbar und die großen Wohnungen kosten entweder Phantasiepreise, die kein Mensch berappen kann, oder sind derart heruntergekommen, das kein Mensch sie haben will (wir übertreiben hier nicht, die letzte Wohnung, die wir besichtigt haben, war so unterirdisch verdreckt, vermüllt und verranzt, dass auch drei Monate putzen nichts mehr retten würde!) Es ist ein Kapitel, das wir nicht gern schließen - für uns war diese Bude ein absoluter Traum. Doch festklammern und fluchen bringt nichts, kein Nölen dieser Welt ändert etwas an der Situation. 

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Manchmal ist das im Leben einfach so. Rechnungen gehen nicht auf, Wünsche nicht in Erfüllung und es kommt der Punkt, da muss man loslassen. Sich kopflos in etwas zu stürzen, was man nicht retten oder ändern kann, das bricht einem auf Dauer das Herz. Wenn die Karriere einfach nicht starten will, dann ist es eventuell ratsam, sich nach einem anderen Berufsweg umzuschauen, wenn die Selbstständigkeit auch beim dritten Anlauf scheitert, dann fehlt vielleicht das letzte Fünkchen Glück und es wird Zeit, sich umzuorientieren. Wenn die Wohnung aufgegeben werden muss, der Wohnort gewechselt, wenn man sich in einer Beziehung maßlos verrennt - sich zu lösen ist immer schwierig, aber manchmal ist es unerlässlich. Wenn wir an einer solchen Wende stehen, dann zwingen wir uns tatsächlich, stets positiv zu denken. "Vielleicht finden wir ja jetzt sogar etwas viel Besseres." "Vielleicht war das Scheitern vorhersehbar, nicht unser Weg." Wir sehen es immer wieder, wie Menschen sich festbeissen, ihren Traum nicht aufgeben können und wollen und sich dabei weiter und weiter verrennen. Wir sehen es vor allem deshalb, weil es uns selbst jahrelang so ging. Abschied tut weh, immer. Mal süß und melancholisch, mal brennend und luftabschnürend, aber er tut weh. Wichtig ist, den Abschied als Abschnitt zu sehen, die Lektion zu erkennen, die man damit lernt. Wir haben uns von dem Gedanken verabschiedet, jemals große Tänzer zu werden, auch wenn unsere Herzen für Ballett und Modern Dance brannten - wir waren ganz gut, aber niemals gut genug. Wir haben uns von einem Leben in Neuseeland verabschiedet - es wäre viel zu weit von unseren Familien entfernt gewesen, zu abgeschieden, zu unrealistisch. Auch werden wir nie in einem Baumhaus leben. Caro wird höchstwahrscheinlich niemals ein Valentino Haute Couture Kleid besitzen und Linda keinen Cadillac Eldorado Biarritz, aber das ist ok. Es ist auch ok, dass wir nicht mehr auf einem Hausboot wohnen werden, wie wir es einst so gerne wollten. Manche Träume machen einfach Platz für neue, andere müssen weichen, weil sie unrealistisch geworden sind, wieder andere waren von Beginn an nicht zu verwirklichen und es wird irgendwann Zeit aufzuwachen. Und auch die schmerzlicheren Lektionen des Lebens haben wir allesamt bereits lernen müssen. Das nicht jede Liebe ewig hält, dass manche Verluste durch nichts aufgewogen oder erleichtert werden, dass Geldsorgen auch die Seele zernagen können. Man verschmerzt nicht jeden Abschied und Verlust, manche Löcher kann nichts schließen. Aber was die Entscheidungen des eigenen Lebensweges und den großen und kleinen Zukunftsträumen angeht, so hat man immer die Möglichkeit, nochmal von Vorn anzufangen.

Wenn wir loslassen und uns von einem unserer Träume verabschieden müssen, dann machen wir das ganz bewusst. Wir nehmen Abschied. Wir sagen uns immer, das man im Leben nur in eine Richtung gehen kann und die ist stets nach Vorn. Wenn etwas nicht zu realisieren ist, dann ist dafür etwas anderes machbar, vielleicht liegt sogar etwas noch viel Grandioseres in der Zukunft für einen bereit. Wir ersetzen gescheiterte Pläne durch neue. Wir trauern unerfüllten Wünschen nicht ewig nach. Manchmal, da muss man die Reißleine ziehen, manchmal, da muss man weitergehen, nicht zurückschauen. Augen zu und durch, auch wenn es für den Moment sicher schmerzhaft ist. Wenn es also mal wieder an der Zeit ist, ein Kapitel abzuschließen, dann sind wir kurz traurig, saugen noch einmal alles in uns auf, sind dankbar für die Dinge, die wir auf dem Weg erleben durften. Träumen den Traum in Gedanken zu Ende.

Dann lassen wir los. Und machen Platz für Neues. 

Stand Mitte Juni 2017: Und wieder einmal hat sich unser Motto bewahrheitet. Wir waren so traurig, die Wohnung aufzugeben und konnten uns nicht vorstellen, etwas Vergleichbares zu finden. Wir haben etwas Besseres gefunden. Wir ziehen in ein paar Wochen um und können es überhaupt nicht mehr erwarten! Bald gibt es dazu einen ganzen Beitrag - wir wollen die genialen News schnellstens mit euch teilen! :)

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6 Comments

Karin 6 days, 14 hours ago

Yesss, ist das toll! Ich freue mich so für euch!!!

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Verena 6 days, 14 hours ago

Ich bin schon richtig, richtig gespannt was ihr tolles gefunden habt! :D Fand euer jetztiges Apartment schon so wahnsinnig schön, wie kann das noch besser werden? ;D

Liebste Grüße,
Verena

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Didi 6 days, 13 hours ago

Hallo Ihr Lieben, ich freue mich mit Euch und bin schon ganz gespannt auf Euren Wohnungs- Post. Euch einen schönen Tag. Lieben Gruß Didi

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Caro 6 days, 10 hours ago

Erst all die bad News, und dann ganz zum Schluss: Ihr habt doch noch was gefunden!! Wie cool!! Bin schon total gespannt auf euer neues Zuhause und wie ihr es einrichtet!

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Amelie 6 days, 10 hours ago

Klasse, dass ihr eine neue Wohnung gefunden habt! Ich bin gespannt auf Bilder und natürlich darauf, was ihr euch wieder für schöne Einrichtungsideen einfallen lasst! :)

Liebe Grüße aus Deutschland!

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Eve 6 days, 9 hours ago

Das Bild mit dem Koffer ganz oben, liebe Caro, erinnert mich an "Chocolat" den schönen Film mit Johnny Depp.Auch da gibt es das "Happy end"

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