'Die erste Liebe und die große Liebe sind nicht zwangsläufig das Selbe.'

Wenn man es am wenigsten erwartet... // Sie haben alle Recht.
Location: List, Hannover

Meine erste Liebe und damit auch echte Beziehung hatte ich mit 18. Alles davor war Händchen halten und heimliche Küsse, begleitet von viel Gekicher. Ich weiß noch, dass ich mich gefragt habe, ob ich mich einfach nicht verlieben könne, denn dieses große Gefühl, von dem alle sprachen, es wollte sich bei niemandem so richtig einstellen. Dann trat jemand in mein Leben, der dies recht schlagartig änderte und ich hatte plötzlich einen Freund. Einen, der mir die Welt bedeutete. Der erste gemeinsame Sommer war ein wilder Rausch aus rosa Wattewolken, wir waren immer zusammen, wir haben über alles gesprochen, über das zwei Menschen sich denkbar unterhalten können und bald kannte mich niemand so gut, wie er. Unsere Beziehung war immer intensiv, auch, als er nach einem halben Jahr bereits zum Studium in eine andere Stadt ziehen musste und wir plötzlich hunderte Kilometer voneinander getrennt waren. Jeden Tag haben wir telefoniert, getextet, jedes freie Wochenende haben wir uns gegenseitig besucht, die Semesterferien haben wir immer miteinander verbracht. Wir waren wochenlang eigentlich nur zu zweit, wie eine kleine Insel. Ich wusste zwar, wie unfassbar lieb ich ihn hatte, aber nach fünf Jahren fing die rosarote Welt dennoch an zu bröckeln. Die Fernbeziehung wurde anstrengend, die Abstände, in denen wir uns sahen, länger und länger. Ich konnte trotzdem nicht loslassen. Die letzten zwei Jahre keimten Zweifel auf. Erst an der Situation, dann an der Zukunft, final an den Gefühlen. Wir sind immer jeweils unseren Träumen gefolgt, aber mehr und mehr waren diese verschieden. Unsere Pläne für die kommenden Jahre, für das Leben, sie drifteten weiter und weiter auseinander. Nach sieben Jahren haben wir uns einvernehmlich getrennt, wir haben viel zu oft gestritten, waren nicht mehr so richtig 'beieinander', was Entscheidungen und Vorstellungen anbelangte. Das verflixte siebte Jahr, es hat uns verschlungen und als ich als Single herausschritt, begann mein Leben plötzlich ganz von Vorn. Ich fühlte mich frei und leicht, ging feiern, traf neue Leute, lebte in Köln und war glücklich. Nach einem Sommer voller Tanzen und Lachen kam der nicht zu vermeidende Winter und die Frage, ob es ein Fehler war, sich zu trennen. Ich vermisste meinen besten Frend. Der, den ich immer anrufen konnte, mit dem ich alles teilte, der mich besser kannte, als ich mich selbst. Ein Jahr war rum und ich war mir sicher, dass es eine bescheuerte Entscheidung gewesen ist, sich zu trennen. Doch in einem Jahr kann viel passieren und so hatte er sich kopfüber in die nächste Beziehung gestürzt. Mein Herz explodierte. 

Ich hab es weggeschoben, einige Männer gedatet und bei jedem gedacht 'ich hab einen Fehler gemacht, es gibt niemand besseren'. Ich hab den Kontakt zu ihm gesucht und musste plötzlich feststellen, dass er sich mehr und mehr verändert hatte, ohne mich, ohne uns. Wir hatten kaum noch etwas gemeinsam, ich wusste wenig von seinem neuen Leben, neuen Freunden, neuen Zielen. Dennoch wollte ich unsere Verbindung nicht verlieren. Nicht einen Menschen gänzlich aus meinem Leben streichen, mit dem ich doch so viel geteilt hatte. Er verhielt sich unmöglich, vielleicht aus Wut, aus Egoismus, ich hab keine Ahnung. Linda und meine Schwestern, irgendwann meine ganze Familie - alle versuchten auf mich einzureden, dass er nicht mehr derjenige war, an den ich mich erinnerte, dass er sich verändert hatte, dass die Art, wie er nun mit mir umging, unterirdisch war. Dass man das nicht als Freundschaft sehen konnte, dass er mich einfach nicht freigab und seine Zweifel und Unsicherheiten in Bezug auf sein Leben, seine persönlichen Entscheidungen und auch sich selbst, an mir ausließ. Auch er suchte eben stets noch den Kontakt zu mir, rief mich an, traf sich mit mir. Ich wollte es nicht wahrhaben, ich wollte einfach nur das zurück, was ich dachte verloren zu haben. Vier lange Jahre habe ich gehadert, war mir nicht sicher, was ich glauben oder tun sollte. Niemand konnte ihn ersetzen, nichts die Lücke schließen. Ende 2014 verletzte er mich dann so tief und nachhaltig, dass der Groschen endlich fiel. Ich kannte ihn nicht mehr, die Vergangenheit hatte mit der Gegenwart rein gar nichts gemeinsam. Um die Weihnachtszeit herum schloss ich mit all dem ab. Es schlich sich einfach so ein und eines schönen Morgens bemerkte ich, dass es nicht mehr weh tat, wenn sein Name fiel. Ich fühlte gar nichts mehr, weder positiv, noch negativ. Es war einfach vorbei, eine Erinnerung an ein paar wundervolle Jahre. Ich konnte plötzlich über die schönen Augenblicke lächeln und die dunklen, die danach kamen, sie taten nicht mehr weh, machten mich nicht mehr wütend. Ich hatte tatsächlich einfach abgeschlossen, das Kapitel war ein für alle Mal beendet. 

Im Sommer 2015 fühlte ich mich so befreit, wie ewig nicht mehr. Ich trug weder ein gebrochenes Herz noch Groll mit mir herum. Ich hab' nicht eine Sekunde daran verschwendet, irgendwelche Dinge in Frage zu stellen, oder mir jemanden Neues an meine Seite zu wünschen. Ich wollte einfach mein Leben genießen. Tja und dann passierte das, wovon jeder spricht: als ich nicht dran dachte, da ist es passiert. Da kam Logi in diese uralte Bar in Island und ich hab Schnappatmung bekommen. Eine Woche später waren wir ein Paar, ein halbes Jahr danach sind wir in diese wunderschöne Wohnung inmitten von Reykjavik gezogen. Wenn ich etwas aus all dem gelernt habe, dann, dass die erste Liebe und die große Liebe nicht zwangsläufig das Selbe sind. Jetzt, wo ich mitten im Leben stehe, meine Träume und Lebensziele nicht erst noch suchen und finden muss, sondern ganz genau weiß, was ich will und darauf hinarbeite, da fühlt sich das Dasein sowieso völlig anders an, als damals, als ich noch keine Ahnung hatten, was mich auf meinem Weg erwarten würde. Ich bin in mir selbst angekommen, in meinem ganz eigenen Traum von einer erfüllten Existenz und genau dann ist Logi eben in mein Leben getreten. Wir sind auch nicht immer einer Meinung, jeder Mensch hat seine Fehler und das ist völlig in Ordnung so, aber wir erzählen uns nicht gegenseitig davon, was wir uns von unserer jeweiligen Zukunft erhoffen, sondern wir erschaffen sie gemeinsam. Ich habe nicht eine einzige zweifelnde Faser in meinem Körper, dass dies nicht das Richtige sei. Ich weiß, dass es das Richtige ist. Und ich weiß auch heute erst, was es wirklich heißt, verliebt zu sein. Jemanden bedigungslos zu lieben, mit all seinen Fehlern und Schwierigkeiten und deswegen nicht zu zweifeln und ins Grübeln zu getraten, sondern immer zusammen nach vorn zu schauen. Es ist alles genauso gekommen, wie es kommen sollte. Die Trennung war die richtige Entscheidung, nicht wieder zusammenzukommen, sich nicht an dem Strohhalm der Vergangenheit festzuklammern - auch das war richtig. Erst heute ergibt es einen perfekten Sinn. 

Wenn ihr in einer solchen Phase in eurem Leben feststeckt, wenn ihr manchmal zu ertrinken glaubt, wenn ihr zweifelt, wenn ihr Vergangenes schmerzlich vermisst - ich kann mich nur einreihen zwischen all jene, die euch sagen werden, dass es vorbei geht, dass es besser wird und dass, wenn ihr einmal abgeschlossen habt, noch etwas ganz anderes auf euch wartet. Dass der Tag kommen wird, an dem das Zweifeln vorbei ist und ich euch wieder leicht und frei fühlt und dem Menschen begegnen könnt und werdet, der aus euch ein Ganzes macht. Der nicht nur euer bester Freund ist, eure Gegenwart, sondern auch euer Partner, euer Herz, eure Zukunft.

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Ich hab eine neue Brille. Mein erstes Gestell war unfassbar hässlich, mein zweites stand mir leider auch nicht und da meine Sehkraft nochmal ein wenig nachgelassen hat (auf die Ferne), musste endlich mal was her, was ich im Alltag tragen kann, ohne mich gruselig zu fühlen. Ich bin kein Fan von den aktuell so gehypten Super-Nerd Gläsern, die man ja selbst dann trägt, wenn man eigentlich bestens sehen kann und so habe ich mir ein Modell ausgesucht, was bestens zu meinem Stil und aktuellem Lebensgefühl passt - eine schmale Cat-Eye mit ordentlich Retro Charakter. Tatsächlich hatte ich mich in das Gestell so sehr verliebt, dass ich es kaum abwarten konnte, meine neue Brille abzuholen und so ließ ich sie direkt auf, als ich sie nach zwei Wochen gestern dann einsammelte. Wie ich neulich schon geschrieben habe, fallen meine Outfits mehr und mehr 'erwachsen' aus, ich mag zwar noch immer verspielte Elemente (wie die Schleife im Haar), aber von den sehr derben, edgy Looks bin ich abgerückt. Für einen verregneten Tag in der Stadt hab ich zu flachen, bequemen Boots gegriffen, Jeans zu Sweater und Lederjacke kombiniert und dem Ganzen einen Hauch mehr 'chic' verliehen, indem ich eins meiner zig Capes - ich sammle recht leidenschaftlich - umgeworfen habe. Dazu Ohrringe und elegante Tasche und ich fühlte mich gerüstet für Besorgungen und ein Mittagessen im Getümmel. Die Tasche ist mein neues Lieblingsstück - sie ist aus der kommenden Linie von Picard und hat einen so wundervollen Schnitt, dass ich sie aktuell am liebsten zu absolut allem kombinieren würde. ♥

Outfit Details
Ohrringe: Thomas Sabo // Cape: Sacha* // Sweater: mbyM // Jeans: ASOS // Bag: Picard* // Boots: Vintage

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9 Comments

Kerstin 7 months ago

Die Brille steht dir einfach unheimlich gut! <3

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Andi 7 months ago

Ah wie wundervoll geschrieben! Es freut mich sehr, dass ihr euch gefunden habt und ich wünsche euch weiterhin alles Liebe für eure gemeinsame Zukunft. ♡ ach ja und dieses Cape ist ein Träumchen :)

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nossy 7 months ago

Die Brille steht dir wirklich ausgezeichnet gut! Diese darfst du ruhig auch öfters auf Fotos zeigen ;)

Herzliche Grüße aus Hamburg
nossy von weltfarben.blogspot.de

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Janina 7 months ago

Danke für diesen schönen Beitrag!

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Lea 7 months ago

Die Brille steht dir echt unfassbar gut :)

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Verena 6 months, 4 weeks ago

Ach, wie schön geschrieben und was für tolle Fotos!!
Auch ich finde, dass dir die Brille ausgezeichnet steht! :)

Liebste Grüße,
Verena

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Jackie 6 months, 4 weeks ago

:) nun hast Du alle Sachen verlinkt...aber das wichtigste, die Brille nicht :)
Wo ist die her? Ich mag diesen Retro-Style auch! Und da mir meine Lesebrille auch nicht mehr lange reicht, schau ich mich auch langsam nach einer passenden um! Und Deine ist richtig toll!

Und zu der Story...willkommen bei den Erwachsenen ;)

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Caro 6 months, 3 weeks ago

Liebe Caro, wunderbar ist er, dein Text! Ihr zwei seid eine echte Inspiration. Wie schön, dass es sich so richtig anfühlt für dich. Ich bin genau auch an dem Punkt (und auch in eurem Alter) und es gibt kein geileres Gefühl.

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Indie 6 months, 3 weeks ago

Was für eine wunderbare Liebeserklärung an deinen Freund!

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